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Körpertherapie

Bothmer-Gymnastik

Die Bothmer-Gymnastik fordert und unterstützt das Zusammenwirken von Körper, Seele und Geist.

Zu den grundlegenden Prämissen der Bothmer-Gymnastik gehört die mathematisch nachweisbare Einsicht, dass der real sichtbare Raum von einem Gegenraum durchdrungen wird, dessen Eigenschaften dem des dreidimensionalen Raumes polar entgegengesetzt sind.

So wirkt die Gravitation vom Mittelpunkt der Erde aus zentripetal. Im Gegen- oder ätherischen Raum wirken kosmische Kräfte in polar entgegengesetzter Art. Der Mensch erlebt diese Kraft als diejenige, dank derer er sich innerlich und äußerlich aufrichtet. Im Gegensatz zu der punktuell-konzentrisch wirkenden Kraft der Erde, wirkt dieser Pol zentrifugal aus der Peripherie.

Dementsprechend geht die körperliche Aktivität in der Bothmer-Gymnastik parallel mit einer Gegenbewegungen einher. Dies fordert von den Teilnehmern einen weit höheren Organisationsgrad ihrer Bewegung, als das in den herkömmlichen Bewegungsdisziplinen der Fall ist.

Ziele

Aufgabe der Bothmer-Gymnastik in der Fachklinik Sonneneck ist es, für die Patienten einen heilsamen, weil ganzheitlichen Zugang zu körperlicher Bewegung anzubieten. Im Gegensatz zum gesunden Menschen, der mehr oder weniger in einem emotionalen und körperlichen Gleichgewicht lebt, ist es bei
erkrankten Erwachsenen notwendig eine Lernsituation zu kreieren, in der er seine Potentiale gezielt stabilisiere und weiterentwickeln kann. In Bezug auf Bewegung gelingt dieser Lernschritt immer dann, wenn die eigene Bewegungs(-un)fähigkeit aus einer erweiterten Perspektive betrachtet werden kann.

Faktisch trainieren die Teilenehmer ihren Willen, indem sie lernen, in der Bewegung innere und äußere Widerstände zu überwinden. Implizit erlebt der Teilnehmer in der Bothmer-Gymnastik seine Selbstwirksamkeit in der Umsetzung einer Körperübung.

In dem Umfang, wie es ihm gelingt eine Körperübung als Lernaufgabe anzunehmen, kann man sagen, er ist: „Losgelassen von den Göttern, um in den Tiefen selber göttliche Kräfte zu erwerben; darin liegt seine (d. Menschen) Freiheit.“

Wie wird geübt?

In der Bothmer-Gymnastik, kann man bewegungsdynamische Gestaltstufen unterscheiden, die in der Entwicklung aufeinander folgen: Stehen, Gehen, Laufen, Springen, Balancieren, Ausführen erlernter Bewegungsabläufe und gezieltes Werfen. Deren Sinn ergibt sich aus der Sinneslehre Rudolf Steiners, die 12 Sinne unterscheidet. Durch die Tatsache, dass die Übungen  den Tast-, Lebens-, Eigenbewegungs- und Gleichgewichtssinn ansprechen, werden auf diesem Weg der physische Leib, Lebensleib, Astralleib und Ich in ein harmonisches Zusammenspiel gebracht.

Heileurythmie

Die Heileurythmie setzt Sprache, Gebärden und Musik ein,
die in eine speziell gestaltete Bewegung umgesetzt werden. Jedem Konsonanten und Vokal entsprechen dabei eigene Bewegungen.

Entsprechend dem ärztlich diagnostizierten Krankheitsbild wählen Heileurythmisten einzelne dieser Laute und Gesten aus und üben sie intensiv gemeinsam mit dem Patienten, um die gewünschten therapeutischen
Effekte zu erzielen. Ziel ist es, Formkräfte des Körpers, die aufgrund der Krankheit verloren gegangen sind, wachzurufen oder auch vegetative Vorgänge wie Organfunktionen zu beeinflussen.

Die eurythmischen Bewegungen schaffen somit einen Zusammenhang von äußerer Bewegung und inneren, funktionalen Lebensvorgängen des Organismus. Dabei versteht sich die Heileurythmie als einem Arzneimittel vergleichbares Bewegungs-Heilmittel. Heileurythmische Übungen werden mit dem ganzen Körper sowie mit Armen und Händen, Beinen und Füßen ausgeführt und gegebenenfalls durch Schritte und Sprünge ergänzt.

Die Bewegungsabläufe passen sich dem Zustand des Patienten an: Heileurythmie ist auch im Sitzen oder Liegen möglich, mit schwerstkranken oder intensiv-medizinisch behandelten Patienten. Die Übungen wirken gezielt anregend, stärkend oder regulierend vor allem auf die rhythmischen Vorgänge im Organismus, besonders auf Kreislauf und Atmung, aber auch auf Stoffwechselvorgänge, allgemeine Beweglichkeit und Gleichgewicht. Da Organe und Organsysteme durch den Kreislauf und die Atmung mit dem Gesamtorganismus in Zusammenhang stehen, erreicht die Heileurythmie sowohl die gesamte Bewegungsorganisation als auch einzelne Organfunktionen sowie die seelischen und geistigen Anteile im Menschen.

Physiotherapie

Psychosomatische Beschwerden äußern sich häufig in Funktionseinschränkungen oder in Schmerzstörungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Durch manuelle oder physikalische Reize werden die entsprechenden Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder mobilisiert und die Selbstheilungskräfte des Organismus angeregt. Funktionelle Gymnastik zur Mobilisation und Kräftigungsübungen für zu schwache Muskulatur fordern die Patienten zur Eigenaktivität.

Sporttherapie

Bewegung ist in der Psychosomatik ein wichtiger Baustein zur Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Klinische Studien konnten zeigen, dass regelmäßige, ausdauerorientierte Bewegung wie ein Psychopharmaka wirkt und Patienten wieder mehr Antrieb bekommen und aktiver werden.

Die Angebote finden in der Gruppe statt, bei entsprechender Indikation wird die Sporttherapie auch einzeln verordnet. Meist dann, wenn es darum geht individuelle funktionale Übungen für orthopädische Beschwerden zu erarbeiten, z.B. bei Rücken- oder Schulterproblemen.

Frühgymnastik

Unser frühmorgentliches Angebot findet montags, mittwochs und freitags von 7.30 – 8.00 Uhr statt, im Winter überwiegend drinnen, im Sommer in unserem schönen Park. Das Angebot dient Ihrer Aktivierung, dem “in den Tag kommen”, dem Erspüren und Wahrnehmens des eigenen Körpers. Auf Körperebene wird auf Mobilisation, Koordination, Stretching, Aktivierung Herz-Kreislaufsystem und leichte Kräftigungsübungen gezielt.

Walking/ Nordic Walking

Die einfachste (Fort)-Bewegung für den Menschen ist das Gehen. Wandern oder Walking ist eine einfache und wirksame Möglichkeit, sich körperlich sportlich zu aktivieren ohne sich zu überfordern.

Das niederschwellige Bewegungsangebot stellt im sporttherapeutischen Kontext die einfachste Methode dar, Sie regelmäßig in Bewegung zu bringen.

Kleine, einstündige Rundstrecken rund um die Fachklinik werden in unterschiedlichem Tempo gegangen. Beim Walking werden die Strecken in flottem Gehtempo zurückgelegt. Durch die zusätzlich eingesetzten Stöcke ist beim Nordic Walking ist die körperliche Beanspruchung erhöht. Da Badenweiler am Hang liegt gibt es auf allen Wegen mehr oder weniger steile Abschnitte.

Ziel unserer Wander- und Walking-Angebote ist es, durch das regelmäßige Gehen Ihre körperliche Fitness und Ihr körperliches Wohlbefinden zu steigern. Der wissenschaftliche Nachweis wurde bereits erbracht, dass sich alle Ausdauer-Bewegungsangebote hierzu bestens eignen.

Einreibungen, Bäder und Wickel

Öldispersionsbäder nach Junge

Diese Bäder wurden in den 30-er Jahren des 20. Jhd. von Werner Junge  entwickelt. Er griff die Anregung von Rudolf Steiner auf, der empfahl, Badeöle ganz fein zu verteilen und mit Wasser zu verbinden, damit es vom Menschen über die Haut aufgenommen wird.

In dem von W. Junge entwickelten Öldispersionsbad-Gerät kommt es zur Feinstverteilung von Wasser und Öl, die sich dann miteinander verbinden. Das ätherische Öl wird ins Blut aufgenommen und regt den Organismus zur inneren Wärmebildung an.

Das Trägeröl (Olivenöl) wird von der Haut angezogen, legt sich wie eine zweite Haut um diese herum und bringt zusätzliche Wärme und Hülle von Außen.

Danach wird der gebadete Mensch in Tücher und Bademantel eingehüllt und im Bett in Decke zusätzlich eingepackt. Jetzt kann sich die Wärme weiter entfalten.

Die Badedauer beträgt 20 Minuten, Nachruhe weitere 30 - 60 Minuten.

Wickel und Auflagen:

Wickel und Auflagen sind lokale Behandlungen auf der Haut über bestimmten Körperregionen und Organen. Substanzen wie Teezubereitungen, Salben, Öle, Essenzen, oder zerkleinerte Pflanzenteile werden mittels Tücher aufgelegt. Man kann unterscheiden: Wickel als Anwendung zur Wärmebildung (z. B. Schafgarben – Leber – Wickel, Ingwer-Nieren-Wickel), zur Abkühlung (Wadenwickel mit Zitrone) oder die Substanzwirkung als solche (Meerrettichauflage auf der Stirn).

Der Schafgarben-Leber-Wickel regt die Wärme und Durchblutung in der Leberregion an und unterstützt dadurch die Stoffwechseltätigkeit. Der Ingwer-Nieren-Wickel führt auch zur stärkeren Wärmebildung und dadurch zur gesamten Entspannung, v.a. bei innerer Unruhe.

Rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka:

Die Rhythmischen Einreibungen wurden von Dr. Ita Wegman in den 20-er Jahren des 20. Jhd. entwickelt und seitdem immer weiter ausgearbeitet.

Es handelt sich um eine Form von therapeutischer Berührung, die durch ihre rhythmische Gestaltung ordnend auf den Organismus wirkt und sein eigenes Heilungspotenzial stimuliert.

Es werden Ganzkörper-, Teil- und Organeinreibungen durchgeführt. Eine Sonderform bildet die Pentagrammeinreibung nach Rolf Heine.

Der Pflegewissenschaftler Dr. Mathias Bertram formulierte das therapeutische Grundmuster der Rhythmischen Einreibungen folgendermaßen:

  1. Lösen
  2. Wiedereins sein
  3. Neuvermögen

 

Die Anwendungsmöglichkeiten sind z. B. bei Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen, Ängsten, Unruhe, Schmerzzuständen und chronischen Erkrankungen.

Heusack

Der leicht angefeuchtete und erwärmte Heusack wirkt schmerzstillend und entspannt die Muskulatur.

Cranio-sacrale Therapie

Die Craniosacral-Therapie ist eine sanfte manuelle Technik, mit der das craniosacrale System und das Faszien- bzw. Bindegewebe behandelt wird.

Dieses craniosacrale System besteht aus den Gehirn- und Rückenmarkshäuten, dem Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) und allen zur Herstellung, Resorption und Speicherung dieser Flüssigkeit dienenden Strukturen.

In diesem breiten sich subtile, rhythmische Bewegungen, die auf gezeitenartige Fluktuationen des Liquors zurückzuführen sind, aus. Dies ist der sogenannte Craniosacrale Rhythmus, der während des gesamten Lebens unabhängig von Atmung und Herzschlag pulsiert.

Durch bestimmte Faktoren, wie Traumata (z.B. Sturz, Schlag, Operation etc.) oder andere Stressmomente gleich welcher Art, können Spannungen in den bindegewebigen Strukturen entstehen. Dabei werden diese subtilen Bewegungen gestört, wodurch diese geringer werden und somit Beschwerden bzw. Erkrankungen verursachen können.

In der Therapie können diese Spannungen erspürt und gelöst werden. Hierbei kann eine vitale Energie als Ausdruck eines tiefen inneren Ordnungs- und Heilungsprinzips frei werden und somit dem Menschen helfen, die o.g. Erlebnisse zu integrieren.

 

Rhythmische Massage nach Wegmann/ Hauschka

Die rhythmische Massage beruht auf der klassischen Heilmassage, arbeitet jedoch mit anderen Griffen und Techniken und hat auch ein anderes Ziel.

Die rhythmische Massage regt mit saugenden und rhythmisch schwingenden, streichenden Bewegungen die Flüssigkeitsströme im Körper an, um so krankhaft verfestigte und verdichtete Strukturen zu lösen und ins Fließen zu bringen. Das erinnert an Lymphdrainage. Im Unterschied zu dieser orientiert und beschränkt sich die rhythmische Massage aber nicht auf bestimmte Bahnen und Körperflüssigkeiten – sie hat das Strömende im Organismus zum Ziel.

Spezielle Massageöle, ebenfalls auf Basis der anthroposophischen Medizin entwickelt, wirken dabei als Gleitmittel und Träger heilender Substanzen. Im Anschluss an die Massage ist eine 30-minütige Ruhepause obligatorisch, damit die Behandlung gut nachwirken kann.

Die rhythmische Massage will das, was schwer und fest geworden ist, oder was als schwer und verfestigt erlebt wird, wieder leicht und fließend machen. Ähnlich wie die Sonne auf die Pflanze wirkt: Sie saugt über Licht und Wärme die Flüssigkeit in Stängel und Blättern nach oben. Dabei richtet sich die Pflanze auf und gewinnt an Elastizität und Lebenskraft.

Rhythmische Massage macht körperlich und seelisch durchlässiger, aufmerksamer, wacher.

Sie durchwärmt, vertieft die Atmung, bessert Schlaflos-igkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Schmerzen, Verspannungen, Stauungen und viele weitere funktionelle Störungen. Es entsteht das Gefühl, versöhnt zu sein mit dem Leib – auch wenn er äußerlich nicht perfekt ist.

Entwickelt wurde die rhythmische Massage in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von den beiden Ärztinnen Dr. Ita Wegman und Dr. Margarethe Hauschka.

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