Integrative Medizin

Naturwissenschaft trifft auf Geisteswissenschaft

Anthroposophische Medizin ist für viele Menschen etwas schwer Fassbares. Dabei lässt sie sich im Grunde ganz einfach charakterisieren: Sie ist eine integrative Medizin, die sich aus zwei Quellen speist – zum einen aus der naturwissenschaftlichen, konventionellen Medizin mit ihren Methoden und Ergebnissen, zum anderen aus geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen. Beides gehört untrennbar zusammen. Denn der Mensch besteht ja nicht nur aus einem Körper, sondern er hat auch eine Psyche und eine individuelle Persönlichkeit. Für anthroposophische Ärzte bilden körperliches und seelisches Leben gemeinsam mit der Individualität des Menschen eine Einheit, sie beeinflussen sich wechselseitig. Dies in Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen, ist eine der wesentlichen Grundlagen anthroposophischer Medizin.

Komplementär – nicht alternativ!

Dabei ist sie keine „Alternativmedizin“ im landläufigen Sinne – sie will die konventionelle Medizin nicht ersetzen. Im Gegenteil – sie steht auf deren naturwissenschaftlicher Basis, geht von dort aus aber einen Schritt weiter. Das heißt: Die anthroposophische Medizin setzt alles ein, was die naturwissenschaftliche Forschung an therapeutisch verwertbaren Erkenntnissen für das „Objekt Mensch“ bereit hält. Dazu zählen Medizintechnik, Laboruntersuchungen, Medikamente, Operationen und die Intensivmedizin. Darüber hinaus erfasst die anthroposophische Medizin den Menschen als Subjekt in seiner Gesamtpersönlichkeit und in seinen Lebensbesonderheiten nach menschenkundlichen Gesetzmäßigkeiten. Dazu gehören Körperbau und -sprache, Bewegungsfluss, Art des Händedrucks, Schlafverhalten, Wärme-/Kälteempfindlichkeit, Atmung, körperliche Rhythmen. Sie versucht also, zusätzlich zu den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten einer Krankheit, das Charakteristische des jeweiligen Menschen in das weitere therapeutische Vorgehen einzubeziehen. Denn jeder Mensch ist einzigartig und jede Behandlung sollte es daher ebenfalls sein – auch wenn sie sich bei vielen Menschen von außen betrachtet ähnelt.

Die individuelle Medizin

Anthroposophische Medizin ist deshalb nie pauschal. Sie vermeidet reine Routine. Auch wenn die Krankheitsbilder sich oft gleichen, so bekommt doch jede Krankheit durch jeden Patienten ein eigenes Gesicht, das sich nicht von der Individualität des Patienten trennen lässt. Anthroposophische Medizin fragt deshalb nach den körperlichen aber auch psychischen und persönlichen Voraussetzungen, die den krankmachenden Faktoren erst den Weg geebnet haben. Dies zu erkennen und therapeutisch umzusetzen, sich jedem Patienten neu zuzuwenden und geleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen, ärztlicher Erfahrung, persönlicher Urteilsfähigkeit und Intuition ist ein wichtiges Charakteristikum anthroposophischer Medizin. Denn eine Medizin, die den Menschen als Individuum ausklammert, ist keine Humanmedizin.

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