Corona

Die Corona-Pandemie hat seit über einem Jahr großen Einfluss auf unser Leben und stellt uns vor zahlreiche Herausforderungen. Regeln und Maßnahmen schränken unseren Alltag ein, beruflich müssen sich viele Menschen neu orientieren, im Privatleben fehlen Routinen und insbesondere Begegnung und Berührung. Die Corona-Meldungen beunruhigen und belasten viele Menschen. Zukunftssorgen und Frustration nehmen zu.

Gelingt es Ihnen, mit den psychischen Herausforderungen umzugehen oder brauchen Sie Hilfe? Wenn Sie Hilfe brauchen, ist es in dieser Situation wichtig, sich die Hilfe auch zu holen.

Hier finden Sie einige wichtige Tipps, die Ihnen in dieser herausfordernden Zeit helfen können. 

Was kann ich tun, wenn ich mich krank fühle?

Wenn Sie sich körperlich krank fühlen, sollten Sie sich genauso verhalten, wie Sie es auch vor der Corona-Pandemie getan hätten, und dies auf keinen Fall aus Angst vor Ansteckung oder anderen Gründen aufschieben. Wenn Sie sich außerhalb der Sprechzeiten in einer akuten Notsituation befinden und eine Behandlung nicht warten kann, können Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 erreichen.

Als psychische Reaktion auf die belastenden Umstände kann es zu verschiedensten Erscheinungen kommen. In häuslicher Isolation entstehen oft Frustration und Langeweile. Angst vor Ansteckung, finanzielle Sorgen und Zukunftssorgen können zunehmen. Es können Gefühle von Angst und Panik, aber auch Ärger und Wut auftreten, ebenso starkes Grübeln, Niedergeschlagenheit, Einsamkeits- und Ohnmachtsgefühle. Wichtige Anlaufstellen im Falle einer psychischen Belastung oder ernsthaften Krise sind Hausärzt*innen, Fachärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychotherapeut*innen.

Was kann ich tun, um mir in dieser Zeit der Einschränkungen und Quarantäne selbst zu helfen?

Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, für sich selbst und nahestehende Menschen Strategien zu entwickeln, um mit der neuen Situation möglichst gut zurechtzukommen. Es geht darum, die eigenen Kräfte, die Widerstandsfähigkeit und die Gesundheit zu stärken.

Halten Sie eine feste Tagesstruktur ein

  • Eine Struktur gibt Sicherheit und hilft, mit Stresssituationen umzugehen. Durch einen guten Tagesrhythmus liefern Sie sich der Situation nicht aus, sondern Sie gestalten aktiv Ihren Tag. Das Einhalten eines Tagesrhythmus fördert bereits direkt die Gesundheit.
  • Stehen Sie auf wie immer, kleiden und pflegen Sie sich wie sonst auch und halten Sie die üblichen Essens-, Schlafens-, Arbeits- oder Lernzeiten ein.
  • Vielleicht haben Sie jetzt Zeit, Dinge anzugehen, zu denen Sie bisher nie gekommen sind? Zum Beispiel etwas Neues zu lernen, aufzuräumen oder Arbeiten zu erledigen, die bisher immer liegen geblieben sind?
  • Schaffen Sie es nicht sofort oder immer, die geplante Tagesstruktur einzuhalten, ist das normal und verständlich. Seien Sie nicht zu streng mit sich. Üben hilft.

Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte

  • Nutzen Sie unter Einhaltung der Regeln alle vorhandenen Möglichkeiten, Ihre wichtigen Kontakte zu pflegen. Der Zusammenhalt mit Familie und Freunden und der regelmäßige Austausch gibt Halt und kann helfen, mit Belastungen umzugehen.

Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst

  • Machen Sie sich Ihre inneren Ressourcen bewusst. Jeder Mensch hat welche, und sie können helfen, Krisensituationen gut zu überstehen. Dazu gehören beispielsweise Ihre Stärken und Talente, Ihre Ziele und Wertvorstellungen. Erinnern Sie sich an die positiven Erfahrungen, die Sie im Leben gemacht haben, aber auch an die Krisen und Schwierigkeiten, die Sie im Leben überwunden oder gelöst haben.
  • Versuchen Sie, die Chance in der Krise zu erkennen. Vielleicht bleibt Ihnen jetzt mehr Zeit, zu entspannen oder die Dinge des Alltags mit mehr Ruhe anzugehen. Vielleicht können Sie neue Erfahrungen machen im Umgang mit Ihrer Zeit, Ihren alten Gewohnheiten und unerwartete positive Erlebnisse haben, auch wenn der Anlass dafür nicht positiv ist.

Machen Sie Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen

  • Entspannungsübungen können helfen, Ängste abzubauen, Stress zu vermindern und die momentane Situation besser zu akzeptieren.

Eine einfache Übung kann sein: Spüren Sie, wie Sie gerade sitzen, nehmen Sie den Kontakt zur Sitzfläche wahr. Schließen Sie, wenn Sie möchten, die Augen. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und spüren Sie, wie Sie ein- und ausatmen. Nehmen Sie nur still Ihren Atem wahr. Tauchen bei der Übung andere Gedanken auf, lassen Sie sie vorüberziehen und versuchen Sie, Ihre Aufmerksamkeit wieder ganz auf Ihr Ein- und Ausatmen zu lenken. Dies versuchen Sie, für einige Minuten durchzuführen, und dann beenden Sie die Übung und wenden Ihre Aufmerksamkeit wieder ganz normal Ihrer Umgebung zu.

  • Egal ob es Achtsamkeitsübungen, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder sonstige Verfahren sind. Wenden Sie regelmäßig das an, womit Sie vertraut sind, oder eignen Sie sich etwas an, was Ihnen zusagt. Im Internet finden Sie vielerlei Anleitungen.

Bewegen Sie sich regelmäßig

  • Bewegung ist für das Wohlbefinden wesentlich, stärkt das Immunsystem und wirkt – wissenschaftlich nachgewiesen – antidepressiv und insgesamt positiv auf die Psyche. Dabei ist jeder Spaziergang oder jegliche Bewegung an der frischen Luft wirksam.
  • Aber auch in den eigenen vier Wänden ist Bewegung möglich. Es gibt viele Videos im Internet mit Anregungen und Trainingsprogrammen. Am besten mit geöffnetem Fenster.

Achten Sie darauf, Medien bewusst zu konsumieren

  • Beschränken Sie die Zeit, in der Sie die Nachrichten zur Corona-Situation verfolgen. Unsere Empfehlung lautet: 1 x täglich ist völlig ausreichend, um gut informiert zu sein.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie etwas für die Gemeinschaft tun

  • Zuhause bleiben, Quarantäne und Abstand halten sind in der aktuellen Situation wichtig, um anderen zu helfen – vor allem schwachen, älteren oder kranken Mitmenschen.
  • Anderen zu helfen, kann eigene Ängste vermindern und das Gefühl geben, etwas Sinnvolles zu tun. Auch das kann helfen, die schwierige Situation auszuhalten und zu akzeptieren.

Denken Sie daran, dass die Situation vorübergehen wird

  • Machen Sie sich bewusst, dass die momentanen Einschränkungen im Alltag irgendwann vorbei sein werden. Es wird eine Zeit der Normalisierung unseres Alltags folgen.
Wichtige Hinweise für Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden

Die Coronapandemie stellt Menschen, die bereits an einer Depression oder anderen psychischen Erkrankungen leiden, vor besonders große Herausforderungen. Gefühle von Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit können durch häusliche Isolation, Ängste, Ungewissheit und negative Schlagzeilen verstärkt werden. Wichtige stützende Alltagsstrukturen wie soziale Kontakte, Beruf, Sport sind Ihnen womöglich weggebrochen. Psychotherapie findet online oder weniger häufig statt. Sonstige therapeutische Angebote, insbesondere Gruppen fallen aus. Kompetente Ansprechpartner*innen sind schwerer oder nicht zu erreichen.

Sprechen Sie mit Ihren Fachärzt*innen und -therapeut*innen, ob Sie einer stationären Behandlung bedürfen. Die psychosomatischen, psychotherapeutischen und psychiatrischen Kliniken wie auch die Fachklinik Sonneneck sind alle im laufenden Betrieb. Wir in sind auf die Behandlung von Patient*innen mit Depressionen und Angsterkrankungen spezialisiert.

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